Besuch im Waldhaus Freiburg

Das Waldhaus Freiburg hat es sich zur Aufgabe gemacht, bei Jung und Alt ein Bewusstsein für das Ökosystem und die Nachhaltigkeit des Waldes zu schaffen und damit als wichtiges Bildungs-, Informations- und Kompetenzzentrum zu dienen. In diesem Bericht wird das Waldhaus sowie ein Ausflug meiner Schulklasse dorthin beschrieben, bei dem es um den Klimawandel ging.

Einleitung

Das Waldhaus ist eine neue gemeinnützige Stiftung, die als ein Ort des Wissensaustausches fungieren soll, um den Menschen das Ökosystem des Waldes näher zu bringen und das Bewusstsein für die eigene Umwelt zu sensibilisieren. Das Waldhaus soll zu einer Zukunftswerkstatt „Wald und Nachhaltigkeit" werden, in der Jung und Alt gemeinsam, mit Hilfe von praktischen Erfahrungen und Erlebnissen, Informationen über den Wald und dessen nachhaltige Nutzung erhalten.

Es gibt ein umfangreiches Programm, das von thematischen Naturspaziergängen und wald- und erlebnispädagogischen Veranstaltungen über Vorträge und Fortbildungen bis hin zu kulturellen Veranstaltungen wie Ausstellungen, Lesungen oder Konzerten reicht. Auch bietet sich die Möglichkeit, Kindern durch eine Waldralley den Wald spielerisch näher zu bringen.

Für Schulklassen gibt es spezielle Führungen durch den Wald und Projekte zu vielen verschiedenen Themen, wie zum Beispiel „Klimawandel", „Holz&Sonne", „Mathe im Wald" und vielem mehr. Eine solche Führung (in unserem Fall über den Klimawandel) mit vom Waldhaus vorbereiteten Aufgaben habe ich mit meiner Klasse gemacht. Die Hauptaufgabe dieser Zeit im Wald war, heraus-zufinden, ob wir bzw. die Menschen in Baden-Württemberg, mehr oder weniger Kohlenstoffdioxid (CO2) produzieren, als der Wald wieder in Sauerstoff umwandeln kann.

Wir sind nach einigen Versuchen und Tests zu dem Ergebnis gekommen, dass - selbst wenn Baden-Württemberg komplett von Wald bedeckt wäre - der CO2-Ausstoß aller Bewohner Baden-Württembergs nicht von diesem Wald umgewandelt werden könnte.

Um zu dieser Erkenntnis zu kommen, wurden wir zuerst in 5 Gruppen eingeteilt, die dann 5 verschiedene Waldstücke (der Größe 13m mal 10m) untersuchen sollten, wobei die Baumarten, -höhen, -dicken und das Alter der Bäume festgestellt werden mussten. Den Durchschnitt aus allem rechneten wir dann hoch auf die Fläche Baden-Württembergs. Um den durchschnittlichen CO2-Verbrauch zu ermitteln, füllten wir vorgegebene Tabellen aus, mit deren Hilfe wir dann unseren ungefähren Verbrauch errechnen konnten. Die Hochrechnung ergab dann, dass in Baden-Württemberg deutlich mehr CO2 produziert als verbraucht wird.

Hauptteil:

Als wir am Waldhaus in Freiburg ankamen, begrüßte uns Herr Schäfer. Er führte uns zu einer ausgesuchten Stelle im Wald, wo wir erst ein kurzes Spiel zum „Warmmachen" machten, bei dem sich alle in einem Kreis aufstellten und jeder einen Stock hatte, den er auf Kommando zu seinem rechten Nachbar werfen sollte. Nach ungefähr 4 Versuchen gelang es uns, dass alle den Stock gleichzeitig auffingen.

Anschließend erhielten wir Arbeitsblätter, die wir in fünf Gruppen bearbeiten sollten. Dazu musste sich jede Gruppe ein kleines Waldstück (10 mal 13m) aussuchen, um dort die Messungen durchzuführen. Ziel war es, zuerst die CO2 Aufnahmekapazität in unserem Waldstück festzustellen und dann den Durchschnittswert hoch zurechnen auf die Fläche des ganzen Waldes.

Zuerst markierten wir die Grenzen unseres Abschnitts und vermaßen dann alle Bäume, die einen größeren Durchmesser als 20cm hatten. Wir notierten die Größe, die Art, den Durchmesser und das Alter. Den Durchmesser konnten wir schnell und einfach mit einer Messkluppe (bzw. Schieblehre) herausbekommen, in die der Stamm auf rund 1,3m einfach „eingeklemmt" werden musste. 

Altersbestimmung bei Bäumen:

Das Alter ließ sich aufgrund von Näherungswerten aus dem Durchmesser und einem je nach Baumart verschiedenen Faktor ausrechnen:

Altersbestimmung bei Bäumen
Kiefer: Alter = Durchmesser * 3
Lärche, Fichte, Tanne: Alter = Durchmesser * 2,5
Douglasie: Alter = Durchmesser * 1,5
Traubeneiche: Alter = Durchmesser * 4
Stieleiche, sonst. Laubbäume: Alter = Durchmesser * 2
Pappel: Alter = Durchmesser * 1
Je langsamer ein Baum wächst, desto größer ist der Faktor

Messung der Baumhöhe:

Foersterdreieck
Die Messung der Baumhöhe erfolgte mit dem „Försterdreieck", bei dem das Prinzip des Strahlensatzes genutzt wird, der besagt, dass sich die beiden rechtwinkligen Dreiecke 

Dreieck 1: Auge, Stabende und Haltepunkt des Stabes 

Dreieck 2: Auge, Baumspitze und Stammpunkt in Augenhöhe

proportional zueinander verhalten. Der Abstand zwischen dem Baum und dem Auge zuzüglich der Augenhöhe entspricht somit der Baumhöhe.

 

Die Masse der Bäume konnten wir aus einer Tabelle (Kubiziertabelle zur Berechnung des Baumvolumens) ablesen, die die Höhe und den Durchmesser in ein Verhältnis setzte, wobei die Baumhöhe in Metern und der Durchmesser in Zentimetern angegeben sein muss.
Die Baumart versuchten wir anhand der Rinde oder den Blättern zu ermitteln. Oft half uns aber auch Herr Schäfer.

Auswertung

Nachdem wir nun alles vermessen hatten kamen wir zu diesem Ergebnis:
Nr. Baumart Baumalter Höhe Durchmesser Masse
1 Eiche 272 21 0,68 3,81
2 Ahorn 88 24 0,44 1,68
3 Buche 50 21 0,25 0,52
4 Ahorn 78 25 0,39 1,49
5 Tanne 50 14 0,2 0,28

Aus diesen Werten errechneten wir schließlich die Durchschnittswerte:
Gesamtvolumen der gemessenen Bäume in Vorratsfestmetern (Vfm): 7,92 Vfm
Das durchschnittliche Alter der Bäume beträgt: 108 Jahre
Je Vorratsfestmeter Holz werden 0,9 t CO2 gespeichert.
Die Bäume in dem Waldstück speichern somit insgesamt: 7,13 t CO2
Das entspricht einer durchschnittlichen jährlichen CO2-Speicherung von: 0,07 t CO2
Verbrauch in Baden-Württemberg pro Jahr: 0,7 t CO2
    

Schließlich haben wir noch den ungefähren, jährlichen CO2-Ausstoß für jeden Gruppenteilnehmer ermittelt, um ihn der jährlichen Speicherkapazität unseres Waldstückes gegenüber zu stellen. Um einen einheitlichen Wert zu erhalten, haben wir uns an einer Vorlage orientiert, die grob die wichtigsten Dinge zusammenfasste, bei denen CO2 ausgestoßen wird, wie zum Beispiel:


    • Auto (Durchschnitt: 12000 km/Jahr und Familie) → (km/Familienmitglieder)*(t/1000 km)
    • Flugreisen (Gesamt km * t/1000 km/Person) bzw. (0,3 t/Person/1000 km)
    • Heizung und Strom (Tonnen/Jahr durch die Zahl der Bewohner teilen)
    • Nahrungsmittel, Kleider, Konsumgüter (sparsamer Konsum: 2 t/Jahr; normaler Konsum: 7 t/Jahr; Luxus: 9 t/Jahr)

Alle Ergebnisse lagen ungefähr im Bereich von 8 t/Jahrbis zu 18 t/Jahr. Zum Vergleich: US-Bürger: 25 t/Jahr, Einwohner der„Dritten Welt": 0,7 t/Jahr.

Fazit (I)

Wir mussten feststellen, dass selbst wenn Baden-Württemberg komplett von Wald bedeckt wäre, der CO2-Ausstoß nicht vom Wald verarbeitet werden könnte. Das bedeutet, dass der Klimawandel nur gestoppt oder verlangsamt werden kann, wenn alle versuchen, möglichst umweltfreundlich zu leben und damit auch den CO2-Ausstoß so gering wie möglich zu halten.

Fazit (II):

Nicht nur, dass viel Energie gespart werden muss, es sollte außerdem noch beachtet werden, dass Holz bei seiner Verbrennung oder Verrottung alles CO2 wieder freisetzt, was es im Laufe der Jahre gespeichert hat. Deshalb ist es sinnvoll, zum Beispiel Häuser oder Möbel aus Holz zu bauen, da das Holz in dieser Form sehr lange erhalten bleibt und so etwas CO2, wenigstens für ein paar Jahrzehnte aus dem Kreislauf nimmt.

Schlussteil:

Kohlenstoffdioxid:
Das CO2 ist die Grundlage des Pflanzenwachstums (der Fotosynthese). Allerdings ist es auch für den natürlichen Treibhauseffekt verantwortlich: ohne die energetische Aktivität der Spurengase, z.B. CO2, würde die durchschnittliche Temperatur auf der Erde nicht +15°C, sondern -18°C betragen und damit wäre auch kein Leben möglich. Dieser natürliche Treibhauseffekt wird erst durch den Menschen negativ verstärkt.

Speicherung von CO2 in Holz:
Zusätzlich zum CO2-sparenden Lebensstil sollte man versuchen, durch den Einsatz von Holz möglichst viel CO2 aus dem ewigen Kreislauf zu nehmen.